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Kapitel 17 - Subdominante

Bisher haben wir nicht viel über diesen Akkord gesprochen, deshalb wird's jetzt Zeit. Die Subdominante ist nicht nur einfach der Akkord unter der Dominante, sondern bietet einige schöne Möglichkeiten einem Akkordwechsel mehr Abwechslung zu verschaffen. Die Subdominante bildet sich auf der IV. Stufe und somit liegt ihr der lydische Modus zugrunde. Wie gehört, enthält dieser den Optionston #11. Dies ist auch der Grund, warum man in der modernen Harmonielehre sagt, das ist ihre typische Dissonanz. Heißt einfach: Die Subdominante hat standardmässig die #11 als Ton zu bieten, und wenn man ihn spielt deutet man einen subdominant Charakter an.

Doppel Subdominante

Vereinfacht ausgedrückt ist sie die Subdominante der Subdominante.
Das sieht dann so aus (in C Dur)
SubdominanteDoppel Subdominante
F (j7) (F A C E)Bb (j7) (Bb D F A)

Toll, was machen wir damit? Dieser Akkord wird auch als Pendelakkord bezeichnet. Vor allem bei langen Passagen (mehrere Takte Tonika), kann er eingesetzt werden um mehr Bewegung zu erhalten und zwischen ihm und der Tonima hin und her zu pendeln.
Beispiel, anstatt 4 Takte C Dur zu spielen,+ wechselt man jeden zweiten Takt:
|C (j7)|Bb (j7)|C (j7)|Bb (j7)|

Das Lied 'you get what you give' von den New Radicals setzt dies so in der Strophe um.

vermollte Subdominanten

Die vermollte Subdominante ist etwas, das auch schon in der Klassik gerne verwendet wurde. Die Vermollung bedeutet einfach, man spielt anstatt des Dur Akkords einen Moll auf der IV. Stufe. Meist ist es so, dass erst die normale Subdominante gespielt wird und danach die vermollte. An dem Beispiel einer I - IV - V in C Dur:
|C (j7)|G7|F (j7)|Fm (7)|

Ich empfehle wie üblich: selbst spielen und anhören!

Neapolitaner

Hier ist nicht ein Einwohner der Stadt gemeint, sondern eine Version der vermollten Subdominante. Der volle Name des Akkordes ist neapolitanischer Sext Akkord. Er trägt diese Bezeichnung, da er aus der neapolitanischen Opernschule stammt. Oben steht, dass in der modernen Harmonielehre die #11 die typische Dissonanz der Subdominante ist. In der Klassik ist es die Sexte. Beim Neapolitaner wird genau das gemacht. Ein Mollakkord mit Sexte auf Subdominanposition gespielt, ausser das seine Sexte klein ist (b6). In einfach: auf der IV. Stufe wird ein Moll b6 Akkord gespielt. In der Praxis wird bei ihm die Quinte nicht gespielt.

Der verselbständigte Neapolitaner ist eine Abwandlung, bei der die Sexte in den Bass gelegt wird (Beispiel in C Dur).
NeapolitanerVerselbstständigt
FDb
AbF
CAb
DdC

Wenn man genau hinsieht, sieht man, dass der Verselbständigte einen Major7 Akkord darstellt, der sich auf der Position bII befindet (in diesem Fall: Db j7 = b II, C j7 = I). Auch dieser wird gerne mal als Pendelakkord verwendet (z.B. 'the girl from Ipanema' am Anfang).(Wieder mal: selbst spielen und anhören.)