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Kapitel 2 - Dur Tonleiter

"Die Dur Tonleiter" oder auch ionische(r) Tonleiter / Modus ist die Basis für alle Benennungen in der Musik und des weiteren harmonischen Verständnisses. Wie in Kapitel 1 erwähnt, stammen die Bezeichnungen von den Griechen und der Molltonleiter. Was hat das nun mit der Durtonleiter zu tun?
Beginnt man die Molltonleiter bei Ihrem 3. Ton, erhält man die Dur Tonleiter. Am Bsp. von A Moll:
A B C D E F G
C D E F G A B

klingt doch einfach, oder?

Aber wieso ist das nun eine andere Tonleiter, obwohl es noch immer die selben Töne sind?
Schauen wir uns erst die Durtonleiter im Vergleich zur Chromatik an.
CC#DD#EFF#GG#AA#BC
CDEFGABC

Wie deutlich zu sehen ist, werden nur 7 Töne aus der Chromatik genommen, um die Durtonleiter zu bilden. Aber was ist die Idee?
Um eine Tonleiter zu bilden, wird immer ein bestimmtes Muster an Ganz- und Halbtönen verwendet. Im Falle der Dur Tonleiter (ionischer Modus) ist dies:
GT GT HT GT GT GT HT
GT = Ganzton, HT = Halbton
CC#DD#EFF#GG#AA#BC
CDEFGABC
GTGTHTGTGTGTHT

Anhand eines anderen Grundtones sieht man, dass sich nur die Töne geändert haben, aber nicht die Intervalle
A Dur (A ionisch)
AA#BCC#DD#EFF#GG#A
ABC#DEF#G#A
GTGTHTGTGTGTHT

Im Vergleich dazu die A Moll Tonleiter:
AA#BCC#DD#EFF#GG#A
ABCDEFGA
GTHTGTGTHTGTGT

Wie deutlich zu sehen ist, trotz gleicher Töne wie C Dur, ist ein anderes Muster an Ganz- und Halbtönen vorhanden:
GT HT GT GT HT GT GT

Was bedeutet das nun in der Anwendung? Da die Gitarre ein chromatisches Instrument ist, können wir den Fingersatz einer Tonleiter lernen und können durch verschieben dessen, die restlichen 11 Tonarten spielen ohne auch nur ansatzweise darüber nachdenken zu müssen, wie die Töne heißen!
Für die Fingersätze bitte unter Üben - Tonleitern nachschauen

Intervalle 1

Das Wort Intervall steht für Abstand. Um Abstände messen zu können, braucht man einen Startpunkt und einen Endpunkt. Im Falle der Musik sind diese Punkte Töne.
Als Beispiel:
von E nach F haben wir einen Halbton und von F nach G einen Ganzton. In diesem Sinne sind Halb- und Ganztöne bereits Intervalle. Das Wichtigste das man daraus bereits erkennen kann: Es ist unwichtig wie ein Ton heißt. Der Ton E ist genauso wenig ein Ganzton wie Eb oder D# ein Halbton sind. Dies sind einfach nur Töne. Von E nach Eb ist aber ein Halbton (Startpunkt E, Endpunkt Eb/D#) genauso wie B nach C oder E nach F.

Die meisten haben bereits Bezeichnungen für Intervalle gehört wie Terz, Oktave etc. Woher kommen diese Bezeichnungen? Dies wird nun anhand der Durtonleiter erklärt.
Die Durtonleiter besteht aus reinen und großen Intervallen. Ich will hier nicht näher darauf eingehen warum das eine Intervall groß und das andere rein ist, aber so viel sei gesagt: Dies hängt mit der Physik dahinter zusammen.
Wie wir bereits gesehen haben, besteht die Durtonleiter aus 7 Tönen, der 8e ist wieder der Anfangston. Die Intervalle der Dur Tonleiter werden folgend benannt (am Bsp. C Dur). Dem geneigten Leser (mit etwas Ahnung von romanischen Sprachen) fällt nun auf, dass es sich hierbei simpel um Zahlen handelt. Und zwar von 1 bis 8. :

C nach Creine Prim12 mal der selbe Ton
C nach Dgroße Sekunde21 Ganzton
C nach Egroße Terz32 Ganztöne
C nach Freine Quarte42 Ganztöne + 1 Halbton
C nach Greine Quinte53 Ganztöne + 1 Halbton
C nach Agroße Sexte64 Ganztöne + 1 Halbton
C nach Bgroße Septime75 Ganztöne + 1 Halbton
C nach creine Oktave86 Ganztöne